Warum heißt die Mandarine Mandarine?
Wenn man anfängt, sich mit den Pflanzen zu beschäftigen, die uns die kostbaren Öle schenken, öffnet sich eine wundersame Welt. Eine Welt der Kultur, der Geschichte, der Botanik, der Literatur, der Poesie, der Magie – und der Bedeutungen. Ich habe mich schon früh gefragt, woher die Namen der Pflanzen stammen, die botanischen, aber auch die vielen umgangssprachlichen.
Zum Namen der Mandarine fiel mir als Kind ein Buch in die Hände, mit dessen Titel ich nicht viel anfangen konnte. „Etymologisches Wörterbuch“. Es hat mich aber sofort in den Bann gezogen, als ich darin las, und meine Liebe zu den Wörtern entstand. Warum die Mandarine Mandarine heißt, fand ich darin auch: Die höchsten Beamten, die die Chinesischen Kaiser während der Ming-und Qing Dynastien als engste Berater um sich scharten, wurden Mandarine genannt. Die Zitrusfrucht, die nach ihnen benannt wurde, war eine Delikatesse, die neben dem Kaiser und seinem Hofstaat nur diesen höchsten Beamten zustand. Das Wort Mandarine selbst ist aber interessanterweise nicht chinesischen, sondern portugiesischen Ursprungs.
In der orangeroten Farbe der reifen Mandarine spiegelte sich auch die Farbe der Roben dieser Beamten wider, die nur von ihnen getragen werden durfte. Der Film „Der letzte Kaiser“ von Bernardo Bertolucci zeigt die prachtvollen Zeremonien und die Kleidung der Mandarine in aller Opulenz.
In den „Liedern des Südens“, einer der ältesten Sammlungen chinesischer Dichtung, findet man die „Ode an den Mandarinenbaum“ von Qu Yuan (ca.340-278 v. Chr.). Er gilt als erster namentlich bekannter Dichter Chinas und war höchster Staatsmann im Reich Chu. Hier einige Strophen:
Gepriesen sei der edelste
Baum des Himmels,
die Mandarine kam
und ließ sich hier nieder.
Vom Himmel selbst beauftragt,
nicht zu weichen, nur im Südland
zu gedeihen.
Tief verwurzelt, fest und
schwer zu versetzen: darin
zeigt sich deine Zielstrebigkeit;
Deine grünen Blätter und
reinweißen Blüten erfreuen
das Auge des Betrachters,
und die dichten Zweige und
scharfen Dornen, und die
feinen runden Früchte,
Grünes mit Gelb vermischt
zu einem Muster gleißender
Pracht (..)
Die MANDARINE (Citrus reticulata) symbolisiert in China Glück und Wohlstand, deshalb wird sie traditionell zum Chinesischen Neujahrsfest verschenkt. Im Chinesischen klingt das Wort für Mandarine ähnlich wie das Wort „Glück“. Glücklichsein ist auch der Zustand, den ich direkt mit dem Duft der Mandarine verbinde.
Die Herkunft der Mandarine liegt vermutlich im Südwesten Chinas. Die Pflanzen werden in China schon viele tausend Jahre kultiviert. Sie gehört neben der Urzitrone (Citrus medica) und der Pampelmuse (Citrus maxima) zu den drei ursprünglichen Zitrusarten. Es sind die Urformen der Zitrusfrüchte.
Das Öl der MANDARINE GRÜN (Citrus reticulata), der unreifen Mandarinenfrucht, ist etwas ganz Besonderes und rarer als das der reifen MANDARINE ROT.
Der Duftcharakter von rotem und grünem Mandarinenöl ist sehr unterschiedlich, und ich bevorzuge eindeutig den grünen Duft. Er macht mich klar, leicht und beschwingt. Der Duft berührt mich tief, und ich wünsche mir, dass auch Sie durch die Verwendung dieses überraschend spritzigen, zart grün-herben Duftes mit einem weichen, floralen Neroli Unterton, in eine ähnliche Stimmung kommen. Er ist nicht so süß wie die Mandarine rot, aber mit klarem Akzent.
Das Öl enthält etwas weniger Limonen als andere Zitrusöle, dafür mehr y Terpinen und etwas Methyl-N-Methylanthranilat, was ihm die herbe, spritzige Note verleiht. Es ist einfach ein großartiges Öl für die Psyche und für die Haut.
Mandarine grün ist stark stimmungsaufhellend und energetisierend. Es hilft bei Einschlafproblemen und Ängsten. Es wirkt wie ein frischer, aber sanfter Wind, ein Lüftchen, um trübe Gedanken und graue Schleier zu verscheuchen.
Das Öl der Mandarine grün
- Stimmungsaufhellend und stark ausgleichend
- sanft entkrampfend, ideal für Bauchmassagen (stark verdünnt!)
- Hilft beim Einschlafen
- Unterstützt bei Ängsten und Stress
- wirksam in der Hautpflege bei fettiger Haut
- beugt Dehnungsstreifen vor
- antibakteriell und antiseptisch
- entzündungshemmend
- immunstärkend
Duftnote: Kopfnote
Duftprofil: grün, frisch, lebendig, spritzig
Duftwirkung: beruhigt, gibt zärtliche Geborgenheit, appetitanregend
Anwendungen:
- Fokus: im Diffuser mit Rosmarin oder Zitrone, um die Konzentration zu fördern
- Einschlafhilfe: ein Tropfen aufs Taschentuch oder neben dem Kissen gegen kreisende Gedanken
- Entspannungsbad: 5-6 Tropfen mit etwas Sahne oder Honig für ein Vollbad, löst innere Verspannungen (Fußbad 2-3 Tropfen)
- Entspannungsöl: 8 Tropfen in 50 ml Trägeröl, z.B. WADI Basisöl, Mandelöl oder Jojobaöl mit 2 Tropfen Sandel oder Zeder und 1 Tropfen Neroli. Direkt nach dem Duschen oder als Massageöl






